Pierre Carlet Chamblain de Marivaux

Pierre Carlet Chamblain de Marivaux (4.2.1688-12.2.1763), Romancier und Dramatiker, ist einer der bedeutendsten französischen Literaten der Frühaufklärung und des Rokoko. Als Sohn eines mittleren Beamten geboren, verlebte er die Jugendjahre in Riom, wo er sein erstes Stück und einen ersten Roman verfasste.

Zurück in Paris schrieb er sich für das Jurastudium ein und liess sich vom bekannten Frühaufklärer Fontenelle in die Pariser Salons einführen, in denen seine geistvolle Art zu schreiben sehr gut ankam.

Als 1720 die spekulativ überbewerteten Aktien der Compagnie de l‘Occident, einer Bank- und Handelsgesellschaft in die Pierre sein gesamtes Vermögen gesteckt hatte, in den Keller gingen, waren Marivaux, seine Frau und seine Tochter über Nacht arme Leute. Er machte zwar noch sein Jura-Examen, begann aber keine Anwaltskarriere, sondern schrieb Theaterstücke, mit denen er relativ rasch Erfolg hatte. Seine thematische Vorliebe war die Schilderung des unabwendbaren Verliebens zweier Menschen, die zunächst durch Standesgrenzen getrennt zu sein scheinen, sich dann aber durchaus als passend erweisen; z. B. “Die Liebesüberraschung“ (La Surprise de l‘amour, 1722) oder, “Die Unbeständigkeit der Liebe“ (La double inconstance, 1723).

Marivaux starb am 12. Februar 1763 in Paris. In seinen teils allegorischen, teils sozialkritischen Stücken, vor allem jedoch in seinen Liebeskomödien, stellte er die einfühlsam analysierte Psychologie der Figuren in den Mittelpunkt der Handlung und weist der Sprache eine bedeutende Rolle zu. Die besondere Leistung seines Schaffens besteht gerade in der Übertragung der spielerisch-eleganten Sprache der Pariser Salons jener Epoche in seine Stücke: Sein ureigener Stil, den man später als „marivaudage“ bezeichnet.