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Das am 12. März 1732 uraufgeführte Stück von Marivaux könnte romantischer nicht sein. Ein fi ktives Griechenland, eine Prinzessin die ihren Thron unrechtmässig inne hat, eine Begegnung im Wald mit einem jungen hübschen Herrn, der ihr Leben auf immer verändern soll. Was klingt als wäre es direkt aus der Disneyfabrik, ist ein Stück das zum Träumen, Verlieben und Nachdenken einlädt. Doch auch wenn die Szenerie eine Gefühlsschlacht andeutet, wird der ernsthafte Charakter in einer guten Weise von den Bediensteten des Philosophen Hermocrate aufgelockert.

Durch den weiblichen Hauptcharakter, deren Ziel das oberste Gebot des Stückes ist, zeigt „Triumph der Liebe“ auch frühaufklärerische Züge. Wie sich herausstellt, lässt sich Léonide durch nichts und niemanden aufhalten, auch wenn sie sich Zeit weilen nicht sicher ist, ob ihr Plan Früchte tragen wird. Doch ihre Verbissenheit macht sich bezahlt.

Das Stück ist eine moralische Belehrung, denn unter dem Deckmantel der Gefühle, dieser ehrbaren Empfi ndung, soll doch am Ende klar werden, dass es nicht nur die Liebe ist, die obsiegt, sondern die Gerechtigkeit. Die Prinzessin Léonide, getrieben von einem Gerechtigkeitssinn, will den Fehler ihrer Ahnen ausbaden und so alles zum Guten wenden. Dafür muss sie aber über die Herzen aller Personen im Anwesen regieren und diese hörig machen - was ihr schliesslich auch gelingt.

Welche Lehre man aber tatsächlich daraus ziehen soll bleibt im Original verschleiert. Für jeden Topf gibt es einen passenden Deckel? Gerechtigkeit für alle? Ich bin eine Frau und darf das? Zumindest wird aus dem Abschlussmonolog der Prinzessin klar, dass es so sein muss und diejenigen die ihr Herz an sie gaben, haben sich damit abzufi nden, dass sie ihres nur einem geben kann. Dass sie damit aber sagt: Ich habe von Beginn an eine Intrige gegen euch gespinnt, wird vom Autor nicht weiter ausgeführt. Deshalb haben die Regisseure der DSG das Ende des Stückes angepasst.