Über den Autor

Max Frisch wird am 15. Mai 1911 als Sohn eines Architekten in Zürich geboren. Nach dem Gymnasium beginnt er ein Germanistikstudium, bricht es 1934 ab, arbeitet als freier Journalist, u. a. als Sportreporter in Prag. Ab 1936 studiert er in Zürich Architektur, 1940 macht er sein Diplom. Er heiratet 1942 seine ehemalige Studienkollegin Gertrud Constance von Meyenburg, mit der er drei Kinder hat. Nach Abschluss seines Architektur-Studiums arbeitete Max Frisch in Zürich, bevor er sich ab 1954 als freier Schriftsteller ganz der Literatur widmet. Er unternimmt zahlreiche Reisen in Europa, Amerika, Kuba, Arabien, Mexiko und einen längeren Aufenthalt in den USA, sowie der UdSSR. In seinen Tagebüchern 1946-49 beschreibt er auch seine Eindrücke vom zerstörten Deutschland. 1958 erhält er den Georg-Büchner-Preis und den Literaturpreis der Stadt Zürich, ein Jahr später wird seine erste Ehe geschieden.1960 zieht Frisch nach Rom, wo er fünf Jahre lang mit der Schriftstellerin Ingeborg Bachmann zusammenlebt – und die 23-jährige Studentin Marianne Oellers kennen lernte. Mit ihr arbeitete und lebte er jahrelang zusammen und heiratete sie schliesslich. Unter dem Einfluss Bertolt Brechts, den er 1947 trifft, verfasst er zahlreiche Bühnenstücke wie "Biedermann und die Brandstifter" oder "Andorra". In seinen Romanen "Stiller" (1954), "Homo faber" (1957) oder "Mein Name sei Gantenbein" (1967) beschäftigt er sich vor allem mit der Ich-Findung des Menschen. In den 1970ern entstehen die Erzählungen "Montauk" und "Der Mensch erscheint im Holozän". 1975 veröffentlicht Frisch die autobiografisch gefärbte Erzählung Montauk. Schweizkritische Schriften wie Wilhelm Tell für die Schule (1971) führen in seiner Heimat zu Widerspruch, in Deutschland findet er mehr Anerkennung. 1976 erhält er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Max Frisch stirbt am 4. April 1991 in Zürich an Krebs. 

Lebenswerk

Max Frisch gehört zu den bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellern der Nachkriegszeit. In seinem mehr als 40-jährigen Schaffen entwickelt sich der Schriftsteller zu einem stets unterhaltsamen, aufrichtigen Mahner, der trotz einiger Anfeindungen von aussen sowohl im privaten wie im öffentlichen Bereich unbeirrt an seinen Anschauungen festhält. Seine anfangs eher naive Sichtweise auf Politik und auf Literatur und Kunst wandelt sich durch die beständige Auseinandersetzung mit seinem privaten und beruflichen Leben zu politischer Selbständigkeit und Kritikfähigkeit. Doch trotz seines engagierten Auftretens lässt sich Frisch vor keinen Wagen spannen und bleibt zeitlebens ein politischer Einzelkämpfer. Während in seinen Romanen und Dramen der private Mensch deutlich im Vordergrund steht, nimmt der Schriftsteller in seinen Artikeln, Essays und Reden immer wieder Stellung zum aktuellen Zeitgeschehen und setzt sich u. a. mit den Themen Kalter Krieg, Schweizer Asylpolitik und mit der Gastarbeiterproblematik auseinander. Als Dramatiker bis dahin im Vergleich zu seinen Romanen weniger erfolgreich, schafft Frisch mit seiner Parabel Biedermann und die Brandstifter 1958 den Sprung auf die internationalen Bühnen. Auch Andorra, die 1961 uraufgeführte Parabel um Diskriminierung und ihre Folgen, findet grosse Beachtung. Allerdings werden beide Stücke in Frischs Augen von Kritik und Publikum missinterpretiert bzw. zur Untermauerung von bestimmten Positionen instrumentalisiert, weshalb sich der Autor von der Form der Parabel abwendet.