Der Campiello

Komödie von Carlo Goldoni

Turbulente und ergreifende Komödie voll Ironie und Wortwitz, voll menschlicher Schwächen und Sehnsüchte.

„Eine lebenspralle Geschichte, dargeboten voller Spielfreude von den SchauspielerInnen der DACHSCHADENGESELLSCHAFT OLTEN“

Liebe, Eifersucht, Verlobung, Hochzeit, Scheidung und die neue ­alte­ Liebe! Und alles spielt sich zur Karnevalszeit draussen, irgendwo in Venedig, auf dem kleinen Platz, dem Campiello ab. Ein kleiner heruntergekommener Ort, irgendwo in der Nähe, umgeben von Häusern, in denen arme Schlucker leben. Ihre Schicksale sind eng miteinander verwoben, ihre Freuden und Sorgen gleichen sich. Die jungen Leute sind heissblütig. Allerdings brennen die Leidenschaften der „reiferen“ Damen und Herren oft noch heftiger, so dass Liebeslust und ­leid ständig eng beieinander liegen. Ein Neuling bringt Unruhe in das Treiben. Er wird zum Mittelpunkt von Intrige und Spekulation. Von ihm erhofft sich jeder etwas ­ als Kundschaft, Wohltäter oder Gatte. Doch er macht sowohl Müttern als auch Töchtern den Hof und verteilt grosszügig Verlobungsringe und Eheversprechen bis sein Geheimnis ans Licht kommt

Das Leben ist halt komisch, manchmal traurig, oft auch sehr absurd. So auch in Goldonis frecher Komödie. ­ Die Jagd nach Liebe und Glück geht weiter…

"Der Herr hat uns gegeben nichts als den Atem zum Leben. Nichts als Mühe und Plag ist der kommende Tag. Einen leeren Ranzen. Ein Bett voller Wanzen..."

Bewohner des Campiello

Campiello oder Der kleine Platz

von Peter Turrini frei nach Carlos Goldoni

 

In der tristen – kargen Welt des Campiello streiten und lieben sich die Leute. Zank und Eifersucht, aber auch unbändiges Gelächter bestimmen den Alltag. Leben heisst für die armen Leute am Campiello überleben. Das macht sie schamlos, wild und gefährlich. Den allein stehenden älteren Frauen muss jedes Mittel recht sein, ihre Existenz und die ihrer Kinder zu sichern. Eine Möglichkeit für die jungen Frauen ist die Ehe, eine Form, in der sie ökonomisch überleben können. Und sind die Kinder erst einmal verheiratet, können sich auch die Mütter dem Traum von Liebe und Ehe hingeben. Ein Cavaliere bringt Unruhe in den turbulenten Alltag, mit Eheversprechungen nährt er die Liebessehnsüchte der Frauen. Was für ihn aufregende Unterhaltung ist, bedeutet für die Leute vom Campiello Chaos.

Peter Turrini 1982

„Es hat mich schon immer gestört, wenn das Publikum über die Liebessehnsucht älter werdender Frauen lacht. Dieses Auslachen, das so krampfhaft die Angst vorm eigenen Altwerden kaschiert, wollte ich dem Publikum nicht schenken. Ich wollte zeigen, dass es nicht lächerlich ist, wenn älter werdende Frauen auf ihrer Sehnsucht nach Liebe bestehen, sondern mutig.“