Inszenierung

Dieses Werk soll die Erinnerungen an die Tragödie des Menschen und der Menschlichkeit wiederbeleben und vor allzu schnellem Vergessen warnen.

Borchert verarbeitet in seinem Stück die eigene Vergangenheit, die hauptsächlich von den Schrecken und Grausamkeiten des 2. Weltkrieges und der Nachkriegszeit bestimmt war. Hörbar machen will er vor allem das, was der Krieg angerichtet hat und weiterhin anrichtet.

Ein Motiv des Stückes sind die verschlossenen Türen und das Draussenstehen, nur das Mädchen nimmt Beckmann mit, aber nicht aus wahrer Liebe, sondern aus Mitleid, Hoffnung und Begierde. Borchert will, dass sich der Zuschauer Gedanken darüber macht, denn schliesslich war während der Zeit des 2. Weltkrieges fast jeder mit dem Thema Krieg konfrontiert, und auch heute gehört der Krieg zum Alltag vieler Menschen.

Im Zeichen der heutigen Zeit, wo Kriege alltäglich sind und die drohende Kriegsgefahr für die ganzen Welt immer sichtbar wird, ist ein Grossteil der Menschen noch immer blind, taub und gehörlos. Getreu dem Motto: „Er findet nicht in unserem Haus statt, sondern weit weg und draussen vor einer anderen Tür, also was geht‘s mich an“. Doch in Anbetracht der grossen Flüchtlingsströme, die nach Europa drängen, wird allen immer klarer, was der Krieg anrichtet und welche Auswirkungen er haben kann, für jeden Einzelnen. Das geht uns Alle an. Wo bleibt da unsere Mitmenschlichkeit für die Flüchtlinge, aber auch den Menschen gegenüber, die von der Gesellschaft ausgegrenzt werden? Soziale Randgruppen? Zum Beispiel im Bereich von Obdachlosigkeit und Elend. Diese Erkenntnisse und Fragen beschäftigen seit April 2016 fünf Protagonisten der DSG. Vier altbekannte Gesichter der DSG und ein Neuzugang haben sich vorgenommen, die Zuschauer für dieses Thema zu sensibilisieren. Die Inszenierung der Dachschadengesellschaft orientiert sich dabei an den 40iger Jahren und bleibt damit inszenatorisch nah an der klassischen Umsetzung des Stückes. Ein Ziel von mir ist es, den Schauspielern die geschichtliche Zeit nahe zu bringen.

 
Herr Kolpert