Die Dreigroschenoper

Inspiriert durch John Gay’s BEGGARS OPERA aus dem London des 18. Jahrhunderts schrieb Bertolt Brecht 1928 die DREIGROSCHENOPER zur Wiedereröffnung des Berliner Theaters am Schiffbauerdamm. Kurt Weil schrieb dazu einen kongenialen Mix aus Moritat, Jazz, Tango und Blues und garnierte diese mit ironische Seitenhiebe auf Oper und Operette. Die Uraufführung gilt als einer der grössten Erfolge der Theatergeschichte.

Theater um Mackie Messer

Vor dem Hintergrund der krisengeschütteltenr Republik, der Massenarbeitslosigkeit und der wirtschaftlichen Depression musste Bertolt Brechts Dreigroschenoper dem Berliner Publikum einfach gefallen: Das sozialkritische Sujet, Lieder mit echter Gassenhauer-Qualität und satirisch überspitzte Dialoge machten aus Brechts Version der englischen Beggar's Opera eines der erfolgreichsten und meistgespielten Bühnenstücke Deutschlands. Das Räuber-und-Gendarmen-Drama mit den Liedkompositionen von Kurt Weill wurde 1928 unter grossem Zeitdruck uraufgeführt und trat sofort seinen Siegeszug um die Welt an. Dass die Nationalsozialisten Brechts Werk auf die schwarze Liste der verbotenen Bücher setzten, tat der Popularität des Autors keinen Abbruch: Die Dreigroschenoper schaffte es nicht nur auf die Bühnen zahlreicher europäischer Städte, sondern feierte auch in den USA und sogar in Japan Erfolge. Kurt Weills Kompositionen wurden zu Klassikern, die von bekannten Chansonsängern und Schauspielern mit Begeisterung interpretiert wurden. Selbst der Popstar Robbie Williams überraschte auf seinem Album Swing when you're winning (2001) mit einer englischsprachigen Version der bekannten Moritat von Mackie Messer.