Absurdes Theater

Das Absurde Theater entwickelte sich im Nachkriegsfrankreich als Reaktion auf eine sinnentleerte Welt, in welcher der "zur Freiheit verurteilte" Mensch selbständiger Schöpfer seines Geschicks ist und sich den Sinn seiner Existenz selbst geben muss. Aus dem Bewusstsein der damit verbundenen Verantwortung entsteht Angst und Vereinsamung. Das Theater des Absurden ist seinem Wesen nach nicht französisch. Zu den führenden Dramatikern zählen der Engländer Samuel Beckett, der Rumäne Eugène Ionesco sowie der Franzose Jean Genet.

Das Theater des Absurden strebt nach einer radikalen Abwertung der Sprache, nach einer Dichtung, die unmittelbar aus auf der Bühne sichtbar und gegenständlich gewordenen Bildern hervorgehen soll. Die Sprache spielt dabei zwar immer noch eine wichtige Rolle, aber das, was auf der Bühne geschieht, sagt mehr aus als die Worte, die von den Figuren gesprochen werden. Oft widerspricht sogar das Geschehene der Sprache. Die Akteure reden aneinander vorbei, ihre Worte werden nicht verstanden oder gehen ins Leere. Die Zerstörung der Sprache als Mittel der Verständigung ist im absurden Theater offensichtlich.

Das absurde Theater arbeitet mit Gleichnissen, Paradoxen und der Clownerie. Der Clown ist weder ernst noch zynisch, sondern von einer Traurigkeit, die, da sie das traurige Los des Menschen abspiegelt, die Herzen aller Menschen solidarisiert. Doppelungen, Parallelitäten, Kreisbewegungen, Rückwendung des Endes zum Anfang hin sind typische, bühnentechnische und dramaturgische Stilmittel.