Leonce und Lena
Regie: Jakob Müller, Kerstin Schult – November 2025
Und wieder ist es soweit! Nach erfolgreichem inszenieren einer laut, skurril, abstrakten, mit viel schwarzem Humor und bissig grotesken Komödie «Die Nashörner» von Eugène Ionesco, wagt sich eine ambitionierte Gruppe von zehn Schauspielenden – vier Frauen und sechs Männern – an eine neue Herausforderung. Der DSG ist es wieder einmal gelungen neue Gesichter ins Boot zu holen. Das Regieteam Jakob Müller und Kerstin Schult, sowie die Protagonisten der Dachschadengesellschaft, werden mit viel Enthusiasmus, Lust und Liebe der neuen Inszenierung «Leonce und Lena» von Georg Büchner, leben einhauchen.
Zitat Leonce
»Mein Leben gähnt mich an, wie ein großer weisser Bogen Papier, den ich vollschreiben soll, aber ich bringe keinen Buchstaben heraus.«
Für das Ensemble wird es viele kleine Kabinettstückchen geben, die das bekannte und ja auch etwas wohlfeile Stück zu einem zeitgenössischen Abend machen, in dem es in der Tat viel zu lachen gibt.
Inhalt
Prinz Leonce ist von seinem Leben im kleinen Königreich Popo zu Tode gelangweilt. Nichts kann ihn mehr begeistern, nicht einmal seine Beziehung zur Tänzerin Rosetta, die er gefühllos beendet. Sein Leben fühlt sich leer und sinnlos an.
Als sein Vater, König Peter, ihn plötzlich mit der ihm völlig unbekannten Prinzessin Lena verheiraten will, hat er genug: Gemeinsam mit seinem lebenslustigen, aber arbeitsscheuen Diener Valerio flieht er Richtung Italien, um dem süßen Nichtstun nachzugehen.
Was Leonce nicht ahnt: Auch Prinzessin Lena ist auf der Flucht, denn sie fürchtet sich vor der Ehe mit einem fremden Mann. Mitten auf ihrer Reise treffen die beiden zufällig aufeinander und verlieben sich auf den ersten Blick, ohne die wahre Identität des anderen zu kennen.
Valerio schmiedet daraufhin einen listigen Plan. Er kehrt mit dem Liebespaar an den Hof zurück und präsentiert die bis zur Unkenntlichkeit verkleideten Leonce und Lena als zwei weltberühmte „Automaten“. Um die Hochzeit nicht platzen zu lassen, stimmt der König einer Trauung der beiden Puppen anstelle des echten Paares zu.
Nach der Zeremonie lüften Leonce und Lena ihre Masken. Sie erkennen, dass sie ihrem Schicksal nicht entkommen konnten – und fügen sich mit Witz und Ironie in ihre neuen Rollen als zukünftiges Herrscherpaar. Valerio wird für seine Dienste zum Staatsminister ernannt und ruft ein Zeitalter des Genusses aus.
Politische Satire
Obwohl «Leonce und Lena» ein Lustspiel, auf den ersten Blick eine leichte Komödie ist, trägt das Stück deutlich satirische Züge. Das bedeutet,
es gibt Anspielungen auf den politischen Kontext. Dieser wird aber überspitzt oder ironisch dargestellt, so dass sich eine lächerliche Wirkung ergibt.
«Leonce und Lena» kritisiert zum Beispiel die Kleinstaaterei im 19. Jahrhundert, sowie den Absolutismus. König Peter in der Komödie ist ein Beispiel für einen solchen absolutistischen Herrscher. Er sieht sich selbst als Zentrum des Staats und hält seine Untertanen für untergeordnet und unsäglich dumm,- ist allerdings selber verwirrt und seine Handlungen wirken lächerlich.
Auch die winzige Größe des Königreichs Popo — von den Schlossfenstern kann man schliesslich das gesamte Land überblicken — ist eine Kritik an den deutschen Kleinstaaten.
Besetzung
Regie
Jakob Müller

Regie
Kerstin Schult

Diverse Rollen
Christian Kissling

Rosetta
Carol Schafroth

Gouvernante
Rosetta Niederer

König
Theo Thommen

Diverse Rollen
Oubaida Mabrouk

Lena
Joana Andrik

Diverse Rollen
Patrick Schmid

Leonce
Rafael Saez

Diverse Rollen
Maxi Beutler

Valerio
Jacob Ullrich
